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1 Lauf 2 Gefälle 3 Wasserqualität 4 Nebenflüsse und Kanäle 5 Geschichte 6 Niersverband 7 Erholungswert 8 9 |
Lauf
Die Niers fließt parallel zu Maas und Rhein auf der deutschen Seite der deutsch-niederländischen Grenze durch die kreisfreie Stadt Mönchengladbach und durch die Kreise Viersen und Kleve. Die letzten 8 km, bevor sie kurz unterhalb von Gennep in die Maas mündet, führt ihr Lauf durch die Niederlande.
Auf Ihrem Lauf durchfließt oder berührt sie die Orte Rheydt, Mönchengladbach, Korschenbroich, Willich, Viersen, Grefrath, Wachtendonk, Straelen, Geldern, Kevelaer, fließt vorbei an Schloss Wissen, weiter durch Weeze und Goch, quert auf dem Weg ins niederländische Gennep die Grenze, und mündet hinter Gennep in die Maas.
Gefälle
Das Gefälle beträgt im Oberlauf ca. 60 cm pro Kilometer, im Mittel- und Unterlauf ca. 25 bis 30 cm pro Kilometer, womit die Niers ein typischer Flachlandfluss ist. Insgesamt liegen zwischen Quelle und Mündung nur 70 m Höhenunterschied (zum Vergleich: die etwa gleich lange Wupper überwindet in ihrem Lauf rund 400 m). Die Fließgeschwindigkeit liegt im Normalfall bei ca. 2 Kilometern pro Stunde.
24 Kläranlagen und Klärwerke behandeln die aus dem Wasserverbrauch der Haushalte und Gewerbebetriebe der Region resultierenden Abwässer, die mit Niederschlagswasser vermischt sind. Jährlich führen die Kläranlagen der Niers etwa 83 Millionen m³ gereinigte Abwässer zu, die im Sommer einen Großteil der Wassermenge ausmachen und damit auch die Wasserqualität bestimmen.
Zudem gibt es eine starke landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet, die auch zur Gewässerbelastung beiträgt. Verursacht dadurch ist die Niers immer noch einer der am stärksten genutzten und belasteten Flüsse in Nordrhein-Westfalen.
Südlich der Quelle wird Braunkohle im Tagebau gewonnen. Damit geht eine massive Absenkung des Grundwassers einher, die auch die Niers betrifft. Damit die natürliche Wasserführung nicht noch weiter absinkt, wird der Niers am Oberlauf Grundwasser aus dem Tagebau (Sümpfungswasser) über Rohrleitungen zugeführt.
In Geldern zweigt der Nierskanal ab, der über die deutsch-niederländische
Grenze verläuft und nördlich von Arcen en Velden in der Maas endet (dient
als Hochwasserentlastung für die untere Niers, Baujahr ca. 1777?). Der Nierskanal benutzt teilweise das ehemalige Bett der Fossa Eugeniana.
Ebenfalls in Geldern mündet die nach dem Ort benannte Gelderner Fleuth, die eine Länge von etwa 27 km und ein Einzugsgebiet von ca. 170 km² hat, in die Niers. Die Issumer Fleuth mit einer Länge von 29 km und einem Einzugsgebiet von ca. 120 km² mündet bei Kevelaer in die Niers.
Die Kendel entspringt bei Weeze, ist ca. 25 km lang und mündet an der
deutsch-niederländischen Grenze bei Hommersum in die Niers. Das Einzugsgebiet
der Kendel beträgt ca. 25 km².
Die Niers ist im Verlauf der letzten Jahrhunderte stark begradigt und mit
Wehren versehen worden. Zum Betrieb der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts
entstehenden Mühlenn wurde der Flusslauf teilweise auch verlegt, um Fallhöhe für die Mühlräder zu gewinnen. Es entstanden so insgesamt 52 Mühlen am Lauf der Niers. Auf die Länge gerechnet bedeutete das im Schnitt alle zwei Kilometer eine Mühle. Durch diese künstlichen Veränderungen der Niers gab es schon früh Hochwasser- und Überflutungsprobleme. Mit Einsetzen der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und die damit verbundene rasante Bevölkerungsentwicklung kam es außerdem noch zu Problemen mit Abwässern und Schlamm, da die Abwässer damals ja noch nicht geklärt wurden. Insbesondere die um die Gegend von Mönchengladbach ansässige Textilindustrie mit ihren Farb- und Gerbstoffen trug einen großen Anteil zur Verschmutzung bei. Die Niers entwickelte sich zu einem Abwasserkanal und die vorher vorhandene große Artenvielfalt an Fischen, Pflanzen und Kleinlebewesen schwand dahin.
Durch das gestiegene Umweltbewusstsein in der Bevölkerung unterstützt, finden in den letzten Jahrzehnten vermehrt Maßnahmen zur Verbesserung der Niers statt, da diese letztlich auch für die Menschen Verbesserungen bringen. In den 1990er Jahren hat der Niersverband damit begonnen, Teile des Flussverlaufs zu renaturieren. Eine Reihe von Fischarten sind inzwischen wieder heimisch geworden.
Allerdings ist zu bedenken, dass das Befahren der Niers mit Booten und die ufernahe Führung von Rad- und Wanderwegen einem wirksamen Naturschutz entgegenstehen. Insbesondere die Tiere in und an der Niers werden durch die Freizeitaktivitäten des Menschen gestört,
Für diese Zielkonflikte gilt es in Zukunft tragbare Kompromisse zu finden
Wasserqualität
Im Einzugsgebiet der Niers werden ca. 65 Millionen m³ Grundwasser zu
Trink- oder Brauchwasser aufbereitet.Nebenflüsse und Kanäle
(von der Quelle zur Mündung):
Die Nette hat eine Länge von ca. 28 km und ein Einzugsgebiet von etwa 180 km². Sie verläuft durch die Krickenbecker Seen und mündet bei Wachtendonk in die Niers.Geschichte
Das bis zu 500 Meter breite Tal, in dem die Niers heute verläuft, ist ein vom
Rhein geschaffenes Tal. Dieser wurde vor ca. 200.000 Jahren bei der vorletzten
Eiszeit (Saale-Eiszeit) von den bis zu den Schaephuysener Höhen
reichenden Gletschern weiter nach Westen verdrängt. Man kann noch heute an den bis zu 2 Meter hohen Terrassenkanten der Niersauen die Abgrenzungen des damals entstandenen Urstromtals erkennen.Niersverband
Zur Regelung der Probleme an der Niers wurde dann 1927 von staatlicher
Seite aus der Niersverband gegründet. Mit dem Bau von Kläranlagen ging die Gewässerbelastung dann langsam zurück.Erholungswert
Der Wert der Niers als Naherholungsgebiet wurde in diesem Zuge auch stark
verbessert, in dem parallel zu den Renaturierungsmaßnahmen Rad- und Wanderwege
auf langen Strecken an den Ufern angelegt wurden (noch nicht beendet). Auch
ist die Niers auf weiten Strecken mit Paddelbooten befahrbar, und bietet
dabei ungewohnte und schöne Ansichten des Niederrheins.
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Der Ursprungsartikel stammt von der deutschsprachigen Wiki pedia (siehe oben: "Original Artikel & Autoren Liste"). Der Text steht unter der GNU Freie Dokumentation Lizenz. |