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Die Sintflut ist nicht nur in der Bibel erwähnt, sondern auch im älteren mesopotamischen Gilgamesch-Epos und im Deukalion-Epos (ca. 1400 v. Chr.). Sie zählt somit zu den ältesten Mythen der Menschheit. Ähnliche Ereignisse von alles zerstörenden Naturkatastrophen und von wenigen auserwählten Überlebenden gibt es in fast allen Religionen.
Die amerikanischen Marinegeologen Walter Pitman und William Ryan vertraten die Theorie, die Sintflut gehe auf einen Wassereinbruch in das Schwarze Meer zurück, als sich etwa im 6. Jahrtausend v. Chr der Meeresspiegel hob und das Niveau des Bosporus erreichte. Sie schlossen dies aus Funden von Süßwassermuscheln in Tiefen von bis zu 120 Metern, die mit der C14-Methode datiert wurden. Auch Siedlungsfunde im Küstenbereich des schwarzen Meeres wurden angeführt, um diese Fluthypothese zu stärken. So soll sich durch den Wassereinbruch der Wasserspiegel in der Senke innerhalb von kurzer Zeit um mehr als 200 Meter erhöht haben. Pitmans und Ryans Ansicht wird jedoch von wissenschaftlicher Seite heute mehrheitlich abgelehnt und wird kaum noch vertreten. Als wahrscheinlicher gilt, dass alle mesopotamischen Flutmythen (und damit letztlich auch die biblische Sintflutgeschichte) auf die traumatische Erfahrung der unvorhersagbaren und gelegentlich lokal katastrophalen Schwemmfluten von Euphrat und Tigris im Zweistromland zurückgehen.
In Kreisen fundamentalistischer Christen wird dagegen noch heute die Sintflut als historisches Ereignis angesehen. Die von ihnen vorgebrachten Argumente sind aber weder in der Wissenschaft anerkannt, noch wird von theologischer Seite eine Geschichtlichkeit der Sintflut als notwendiger Bestandteil christlichen Glaubens angesehen.
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