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Die älteste historische Nachricht von einer Verehrung der Venus als Aphrodite ist, dass 217 v. Chr nach der Schlacht am Trasimenischen See auf Geheiß der Sibyllinischen Bücher der Venus vom Berg Eryx in Sizilien ein Tempel gelobt und auf dem Kapitol erbaut wurde.
Neben den mannigfachen, dem griechischen Aphroditekult entsprechenden Formen der Verehrung, die sie genoss, hat eine besondere Bedeutung als Venus genetrix, d. h. als Stammmutter des römischen Volkes durch ihren Sohn Aeneas. Speziell das Geschlecht der Julier, das seine Abstammung von ihrem Enkel Julus, dem Sohn des Aeneas, herleitete, verehrte sie als Stammmutter; in diesem Sinn errichtete ihr Julius Cäsar als Venus genetrix auf dem von ihm angelegten Forum 46 v. Chr einen prächtigen Tempel, bei dem alljährlich elftägige Spiele gefeiert wurden. Als Stammmutter des ganzen römischen Volkes war ihr neben der Roma von Hadrian der 135 n. Chr. vollendete, herrliche Doppeltempel in der Nähe des Kolosseums (später templum Urbis genannt) geweiht, der heute nur noch in Ruinen vorhanden ist.
Geheiligt war der Venus der 1. April, wo sie von den römischen Matronen neben der Fortuna Virilis, der Göttin des Glücks der Frauen bei den Männern, und der Concordia als Venus Verticordia (Wenderin der weiblichen Herzen zu Zucht und Sitte) verehrt wurde. Von geringerer Bedeutung war der Kult der Venus Obsequens (der Willfährigen), Salacia (Göttin der Buhlerinnen) u. a. Auch in Kampanien stand, wohl infolge griechischer Einflüsse, der Kult der Venus in hohem Ansehen; dahin gehört die Venus Fisica (Stadtgöttin von Pompeji).
siehe auch: Römische Mythologie
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